NBAK03: Die 12 agilen Prinzipien als Checkliste

Die 12 agilen Prinzipien kennen die meisten nur vom Hörensagen. In dieser Folge verwandle ich jedes Prinzip in eine konkrete Frage, die du dir und deinem Team regelmäßig stellen kannst. Keine Theorie, sondern eine Checkliste für den Alltag.

Überblick

Die 17 Autoren des Agilen Manifests haben ihre vier Werte mit zwölf Prinzipien konkretisiert. Doch in der Praxis kennen die meisten diese Prinzipien kaum. In dieser Folge mache ich sie greifbar: Jedes Prinzip wird zu einer einfachen Frage, die du dir regelmäßig stellen kannst. Von „Erzeugen wir echten Nutzen?" bis „Hinterfragen wir regelmäßig unser Vorgehen?" – diese Checkliste deckt Lücken auf, die dir sonst nicht auffallen.

Zusammenfassung

Die 12 agilen Prinzipien werden oft einmal gelesen und dann vergessen. Das Problem: Als reine Aussagen laden sie zum Nicken ein, nicht zum Handeln. In dieser Folge verwandle ich jedes Prinzip in eine konkrete Frage – von Wertlieferung über nachhaltige Entwicklung bis zur Reflexion. Eine Frage zwingt zur ehrlichen Antwort. Besonders aufschlussreich: Misst du Fortschritt an funktionierender Software oder an Velocity? Assoziiert dein Team „agil" mit Überstunden? Die Prinzipien sind der Kompass für Entscheidungen – aber nur wenn du sie als Werkzeug nutzt, nicht als Wandschmuck.

Shownotes

Transkript

 Hallo und herzlich willkommen bei NoBudget Agile Kompakt. Mein Name ist Thomas.
 In der letzten Folge habe ich über das Agile Manifest gesprochen und da gehört praktisch zwangsläufig ja dazu, dass es die zwölf agilen Prinzipien gibt.
 Und ich habe mir überlegt, in dieser Folge will ich die mal durchgehen, aber ich will es ein bisschen anders machen.
 Die zwölf agilen Prinzipien sind ja im Prinzip Aussagen. Ich habe jetzt einfach die mal in Fragen umformuliert.
 Ich habe das Gefühl, wenn man so eine Frage stellt, kann man da ein bisschen mehr mitmachen.
 Die Frage versucht ja immer im Kopf ein bisschen was anzuregen.
 Und deswegen würde ich sagen, wir gehen da einfach mal rein. Ich würde jetzt einfach mal Stück für Stück durchgehen.
 Gut, wir fangen mal an. Im ersten Prinzip geht es um Wert.
 Und die Frage, die ich formuliert habe, ist, erzeugen wir mit der heutigen Arbeit echten Nutzen für den Kunden?
 Das heißt also, ihr könnt euch gerne fragen, das was wir gerade tun, bringt das einen echten Nutzen?
 Das zweite Prinzip ist Anpassungsfähigkeit. Und die Frage lautet, nutzen wir neue Erkenntnisse, um unsere Planung zum Vorteil des Kunden zu verbessern?
 Wir wollen eben auf das, was der Kunde oder die Marktsituation braucht, reagieren.
 Im dritten Prinzip geht es um die Frequenz. Und meine Frage dazu ist, können wir diesen Nutzen zeitnah ausliefern, statt auf ein großes Release zu warten?
 Mir geht es darum, dass wir, wenn wir etwas haben, das möglichst schnell auch auf die Straße kriegen.
 Warum wollen wir das?
 Weil wir auch möglichst früh Feedback bekommen wollen, um zu gucken, liegen wir richtig?
 Das vierte Prinzip ist eigentlich Zusammenarbeit. Und die Frage lautet, arbeiten wir mit der Fachseite täglich gemeinsam an der besten Lösung?
 Fachseite, ja, Stakeholder könnte man sagen. Wir wollen zusammenarbeiten. Wir wollen nicht uns verstecken und sagen, okay, das steht ja alles definiert in Storys, was zu tun ist.
 Das fünfte Prinzip hat die Überschrift Vertrauen. Und meine Frage dazu ist, schaffen wir ein Umfeld, in dem wir motiviert und eigenverantwortlich arbeiten können?
 Also ist die Umgebung, in der wir leben, in der wir arbeiten, so, dass wir da wirklich auch unsere volle Leistung abrufen können?
 Der sechste Punkt, habe ich gesagt, der ist Kommunikation. Und die Frage dazu lautet, nutzen wir das direkte Gespräch, um Informationen am schnellsten auszutauschen?
 Geht es also darum, dass man versucht, nicht über Brieftaube, Slack, Teams, nächstes Meeting in der Videokonferenz, Drawfix, Themen zu spät zu besprechen,
 sondern so gut es geht, eben die direkte Kommunikation zu suchen?
 Der siebte Punkt lautet Fortschritt. Und die Frage ist, messen wir Erfolg an funktionierender Software statt an Plänen oder an Statusberichten?
 Es geht also nicht darum, dass alle Projektampeln grün sind, sondern wir wollen gucken, das, was wir da entwickelt haben, mit unseren Annahmen, die wir getroffen haben,
 wie es das Produkt besser macht, trifft es wirklich zu.
 Der achte Punkt ist Nachhaltigkeit. Und meine Frage ist, arbeiten wir in einem Tempo, das wir dauerhaft, ohne Überlastung, beibehalten können?
 Da könnte man jetzt super viel zu sagen. Man könnte jetzt auf AI eingehen und sagen, dass das nur den einen Teil beschleunigt, aber nicht den anderen.
 Und dass der Mensch da der beschränkende Faktor ist und sein muss.
 Ja, das tue ich jetzt nicht in der Tiefe, sondern hier geht es halt grundsätzlich darum, wir müssen halt das, die Geschwindigkeit, in der wir arbeiten, dauerhaft durchhalten.
 Crunch-Zeit am Ende nützt halt nichts, das kann man mal machen, aber das wird man dauerhaft eben nicht durchhalten.
 Der neunte Punkt lautet Zukunftsfähigkeit. Achten wir permanent auf technische Exzellenz und gutes Design.
 Hier geht es darum, dass wir vielleicht ein bisschen mehr Zeit investieren in dem, was wir gerade tun, damit wir hinten später mal in einem halben Jahr, in einem Jahr Zeit sparen können.
 Die Investition in technische Exzellenz steht hier oder in gutes Design, Software-Design, fühlt sich vielleicht erst mal falsch an.
 Hey, können wir das nicht irgendwie machen? Aber man muss ja über einen größeren Zeitstrahl gucken.
 Der zehnte Punkt steuert jetzt ein bisschen dagegen, nennt sich nämlich Einfachheit.
 Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche und lassen alles andere konsequent weg.
 Das ist deswegen ein bisschen ein Gegenpol.
 Technische Exzellenz könnte dazu führen, dass wir akademische Architektur machen.
 Das macht man so. Und das ist damit nicht gemeint, sondern die Einfachheit ist auch ein wichtiger Punkt.
 Das elfte Prinzip habe ich überschrieben mit Selbstorganisation.
 Die Frage lautet, gestalten wir Architektur und Anforderungen eigenverantwortlich im Team?
 Wir wollen, dass das Team in einem gesteckten Rahmen, da kommen wir irgendwann auch noch mal in einer anderen Folge dazu, die Chance hat, eigenverantwortlich zu arbeiten.
 Und der zwölfte Punkt lautet Reflexion. Hinterfragen wir regelmäßig unser Vorgehen, um als Team besser zu werden.
 Wir wollen eben gucken, wir haben was ausprobiert. Hat das gut oder nicht gut funktioniert? Was können wir lernen?
 Ja, und das sind die zwölf agilen Prinzipien, die zu dem Agilen Manifest im Prinzip als Anhang dazugehören.
 Sie sind eine Konkretisierung.
 Mein Tipp wäre, nehmt euch mal einfach zwei, drei Fragen und stellt die mal in einem Daily oder wenn ihr über eine Story diskutiert.
 Ich glaube, das ist ein sehr guter Prüfstein, um vor allen Dingen ins Gespräch zu kommen.
 Ja, und wie so das Grundprinzip von dieser Serie ist, deswegen heißt es NBA Kompakt, soll es hier wirklich kurz und kompakt sein.
 In der nächsten Folge wird es darum gehen, dass für mich Mindset vor Methode gilt und warum Agilität scheitert, wenn man bei Scrum anfängt statt beim Manifest.
 Ja, wenn du Fragen hast, wenn du Anregungen hast, wenn du Kritik hast, freue ich mich immer.
 Du findest alle Kontaktdaten in den Shownotes und ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, hab noch eine ganz tolle Woche und bis zum nächsten Mal.

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