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Teil III · Agil Arbeiten

Die Basis

Kapitel 27578 Wörter3 min

Bevor wir in die konkreten Werkzeuge für Planung und Steuerung eintauchen, müssen wir einen ehrlichen Blick in den Spiegel werfen. Denn die beste Methode scheitert, wenn die grundlegenden Voraussetzungen nicht stimmen. Nutze dieses Kapitel als einen schnellen “Health Check” für dein Projekt. Wo steht ihr wirklich?

Der Kunde: Partner statt Auftraggeber

Der engagierte Kunde ist der wichtigste Erfolgsfaktor – und oft die größte Schwachstelle. Ein ideales agiles Projekt hat einen Kunden (oder einen internen Stakeholder), der:

  • den Willen zu echter Agilität hat: Er hat verstanden, dass Agilität mehr ist als ein Buzzword, und ist bereit, sich auf ein iteratives Vorgehen mit all seinen Konsequenzen einzulassen. Er denkt nicht insgeheim in Wasserfall-Phasen.
  • Zeit und Engagement mitbringt: Er versteht, dass seine aktive Teilnahme am Projekt erfolgskritisch ist. Er ist erreichbar, nimmt sich Zeit für das Projekt und gibt zeitnahes, qualifiziertes Feedback. Er hat nicht die Haltung: „Ich habe jetzt bezahlt, also liefert mir am Ende das perfekte Ergebnis.“
  • Entscheidungen treffen kann (oder den direkten Draht dazu hat): Er ist befugt, Entscheidungen zu treffen, oder hat eine so enge Verbindung zu den wirklichen Entscheidern, dass Antworten nicht wochenlang auf sich warten lassen. Nichts bremst ein agiles Projekt mehr aus als ein blockierter Entscheidungsprozess.
  • die Ziele kennt und vertritt: Er kann die übergeordneten Projekt- und Geschäftsziele klar benennen. Diese strategischen Ziele sind stabil, auch wenn der Weg dorthin (die konkreten Features) flexibel bleibt.

Frage dich ehrlich: Auf einer Skala von 1-10, wie sehr erfüllt euer aktueller Kunde diese Kriterien? Was ist die größte Lücke, die ihr adressieren müsst?

Das Team: Kompetent und vernetzt

Das Umsetzungsteam ist der Motor des Projekts. Ein ideales agiles Team:

  • verfügt über alle nötigen Fähigkeiten: Es kann die anfallenden Aufgaben größtenteils autonom erledigen, von der Konzeption über die Entwicklung bis zum Test.
  • ist gut vernetzt: Wenn externe Kompetenzen (z.B. aus anderen Abteilungen) benötigt werden, sind die Kommunikationswege kurz und etabliert. Die externen Partner werden als Teil des erweiterten Teams verstanden und sind über Ziele und Fortschritt informiert.
  • hat das agile Mindset verinnerlicht: Das Team versteht die Prinzipien hinter den Praktiken und besitzt die nötigen Werkzeuge, um agil zu arbeiten. In der Praxis ist das Team selten das Problem – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Frage dich ehrlich: Hat euer Team den nötigen Freiraum und die Vernetzung, um wirklich wirksam zu sein? Oder kämpft es ständig gegen das System?

Die Information: Transparent und zugänglich

Informationen sind der Treibstoff für gute Entscheidungen. In einem idealen agilen Projekt:

  • sind alle relevanten Informationen für alle zugänglich: Es gibt einen zentralen, für jeden einsehbaren Ort (ein Wiki, ein Board), an dem der aktuelle Stand, die nächsten Schritte und wichtige Entscheidungen dokumentiert sind.
  • herrscht eine Kultur des Teilens: Es ist nicht nur die Aufgabe einer Person, Informationen zu verteilen. Jeder, auch der Kunde, hat die Verantwortung, sein Wissen und seine Erkenntnisse proaktiv mit dem Rest des Teams zu teilen. Wenn Informationen in Silos oder einzelnen Köpfen stecken bleiben, führt das unweigerlich zu Missverständnissen und Fehlentwicklungen.

Frage dich ehrlich: Wie frei fließen Informationen in eurem Projekt? Herrscht eine Kultur des Teilens oder eine Kultur des Wissens-Silos?

Wenn ihr bei diesem Check überall hohe Werte erzielt habt – herzlichen Glückwunsch! Ihr habt eine exzellente Basis. Wenn ihr große Lücken entdeckt habt, wisst ihr jetzt, wo die eigentliche Arbeit liegt. Aber keine Sorge: Selbst in einem unperfekten Umfeld helfen die folgenden Methoden, Klarheit zu schaffen und schrittweise Verbesserungen anzustoßen. Lasst uns also mit der Planung beginnen.

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