Upstream-Kanban
Upstream-Kanban macht sichtbar, was vor dem Arbeitsbeginn passiert: wie Ideen entstehen, geprüft und verworfen werden. Ziel ist, dass nur vorbereitete und wirklich wichtige Arbeit ins Team gelangt.
Geprüft am 2026-08-16 · Thomas Esders · CC BY-SA 4.0
Was das in der Praxis heißt
Die meisten Teams visualisieren erst ab dem Moment, in dem sie anfangen. Davor liegt eine Zone, in der Anforderungen unsortiert herumliegen, und genau dort entsteht die Wartezeit, die eure Lead Time aufbläht. Wenn eine Anforderung 6 Wochen im Backlog liegt und dann in 3 Tagen umgesetzt wird, habt ihr kein Umsetzungsproblem.
Upstream heißt nicht, mehr zu planen. Es heißt, früh Nein zu sagen.
Was ungeprüft ins Team gelangt, kostet dort mehr als es vorher gekostet hätte. Ein gut geöltes Team, das schlecht vorbereitete Arbeit bekommt, produziert schnell das Falsche.
Der Upstream ist deshalb kein Vorzimmer, sondern der Ort, an dem die teuersten Entscheidungen fallen: Was hier durchgewunken wird, bindet später Wochen an Umsetzung, und sobald die Arbeit einmal angefangen ist, stellt die Frage nach dem Sinn erfahrungsgemäß niemand mehr.
Nein sagen ist upstream billig und downstream teuer.
Verwandte Begriffe
- GegenstückDownstream-Kanban – die andere Hälfte des Wertstroms, nach der Umsetzung